Bestattungs- & Grabarten
Wir geben Ihnen einen Überblick über die aktuellen Bestattungsarten und Grabarten.

Erdbestattungen

Der Ursprung dieser Bestattungsform liegt im Christentum und ist neben der Feuerbestattung die am häufigsten angewandte in Deutschland. Der Begriff ist missverständlich, werden Urnen häufig ebenfalls in der Erde beigesetzt. In diesem Fall ist eine Beisetzung des / der Verstorbenen in einem Sarg auf einem Friedhof gemeint.

Für die Erdbestattung in Deutschland gilt das Gesetz vom 15. Mai 1934, wonach die Bestattungsart vom Willen des Verstorbenen abhängt. Vor der Bestattung findet meist eine Trauerfeier statt, die nach den Vorstellungen des Verstorbenen oder der Angehörigen gestaltet wird. Für die anschließende Beisetzung kann zwischen unterschiedlichen Grabarten gewählt werden.

Feuerbestattungen

Die Feuerbestattung ist in vielen Kulturen gebräuchlich. Der Verstorbene wird eingeäschert und, da in Deutschland eine gesetzliche Friedhofspflicht besteht, in einer Urnengrabstelle beigesetzt. Die Trauerfeier findet vor der Einäscherung am Sarg oder zeitgleich mit der Urnenbeisetzung statt. Die Einäscherung findet in Minden-Päpinghausen statt.

Bis vor wenigen Jahren gab es in der Gemeinde Hille dafür eine Möglichkeit: Die Beisetzung der Urne in einem ausgewiesenen Erdgrab. Inzwischen ist es auch möglich, in in einem Urnengrab oder in einer Urnenwand, dem Kolumbarium, zu bestatten. Details dazu finden Sie unter dem Punkt Grabarten.

Seebestattungen

Eine Seebestattung setzt immer eine Feuerbestattung voraus. Die Asche wird in einer speziellen Seeurne nach den seemännischen Bräuchen dem Meer übergeben. Dabei hält der Kapitän oder der Geistliche die Trauerrede. Diese Seegebiete nennt man „über Rauhem Grund“, in denen nicht gefischt und kein Wassersport betrieben wird. Möglichkeiten bestehen hierfür nahezu in jedem Meer, von Deutschland aus vorwiegend in der Nord- und Ostsee.

Seeurnen bestehen aus entsprechenden Materialien wie z. B. Zellulose, gepresstem Sandstein oder anderen Mineralien und lösen sich innerhalb kurzer Zeit nach der Beisetzung vollständig im Wasser auf.

Den Hinterbliebenen steht es frei an einer solchen Seebestattung teilzunehmen. Auf Wunsch erhalten sie eine Urkunde mit den Koordinaten und einen Auszug aus dem Logbuch des Schiffes.

Friedwaldbestattungen

Diese Bestattungsform ist eine sehr naturverbundene und individuelle Art der Bestattung in einem Friedwald. Auch hier wird immer eine Feuerbestattung vorausgesetzt. Die Urne wird an den Wurzeln eines persönlich ausgesuchten Baumes beigesetzt, der gleichzeitig auch Grabmal wird.

Die Idee dahinter: durch die Bestattung im Wurzelbereich von Bäumen gelangt die materielle Hülle des Verstorbenen schneller in den Naturkreislauf zurück. Die individuelle Pflege einer Grabstätte ist nicht nötig und gibt den Hinterbliebenen einen angenehmen Platz zum Trauern.

Der nächste Friedwald ist in Kalletal. Da der Name „Friedwald“ geschützt ist, gibt es ein ähnliches Konzept des Mindener Friedhofs, das sich „Urnenhain“ nennt.

Aschestreuwiese

Neben den klassischen Bestattungsarten tauchen in den letzten Jahren immer häufiger Begriffe wie Almwiesen-, Diamant- oder Weltraumbestattung auf. Wir stellen Ihnen hier kurz diese und andere Formen vor:

Eine Bestattungsvariante, die seit 2003 auch bei uns im Kreis Minden-Lübbecke praktiziert wird. Die Asche eines Verstorbenen wird aus der Urne heraus auf speziell dafür vorgesehenen Bereichen verstreut und gilt somit als bestattet. Diese Form der Bestattung wird derzeit nur auf dem Nordfriedhof in Minden angeboten und muss zu Lebzeiten in handschriftlicher Form verfügt werden.

Almwiesenbestattung

Die Almwiesenbestattung findet in der „Oase der Ewigkeit“ in der Schweiz statt. In den Schweizer Bergen haben Angehörige die Möglichkeit, die Asche des / der Verstorbenen unter der Grasnarbe auf einer Almwiese einzubringen. Die Asche kann auch in den Wind oder in einen Bergbach verstreut werden; alternativ kann sie an einem Gemeinschaftsfelsen oder im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt werden.

Luftbestattung (Frankreich/Schweiz)

Bei einer Luftbestattung wird die Asche der / des Verstorbenen aus einem Flugzeug, einem Hubschrauber oder aus dem Heißluftballon über den Schweizer Voralpen verstreut. Angehörige können bei dieser Bestattungsform anwesend sein.

Diamantbestattung

Teile der Kremationsasche eines Verstorbenen werden durch einen speziellen Prozess unter hohem Druck zu einem künstlichen Diamanten gepresst. Der gewonnene Diamant ist entweder Urnenersatz oder wird in ein Schmuckstück eingearbeitet. Da nicht die gesamte Asche für einen Diamanten benötigt wird, kann der verbleibende Teil der Asche konventionell beigesetzt werden. Jeder Diamant, der in einem chemisch-physikalischem Verfahren hergestellt wird, ist ein Unikat.

Weltraumbestattung

Die erste Weltraumbestattung fand 1997 statt. Ein kleiner Teil der Asche wird in eine spezielle Urne gegeben und von einer Rakete in den Weltraum geschossen. Die Mini-Urne wird in eine Umlaufbahn gebracht und verglüht, wenn sie wieder in die Erdatmosphäre eintritt.

Reihengrabstellen

Neben den Bestattungsarten gibt es noch die Grabarten, über die wir Ihnen hier einen kurzen Überblick geben möchten:

In einem Reihengrab oder auch Einzelgrab kann nur eine Person in einem Sarg oder einer Urne beigesetzt werden. In der Stadt Minden regelt die Friedhofsverwaltung die Vergabe, die der Reihe nach erfolgt. Die Nutzungs- und Ruhezeit beträgt 30 Jahre. In der Gemeinde Hille beträgt die Nutzungs- und Ruhezeit 40 Jahre. Reihengrabstellen können nach Ablauf der gesetzlichen Ruhefrist nicht wieder erworben oder verlängert werden.

Wahlgrabstellen

Wahlgrabstellen werden auch Familiengrabstätten genannt. Lage und Größe sind frei wählbar und die Nutzung kann nach Ablauf der Ruhezeit verlängert werden, um weitere Familienmitglieder beizusetzen. In Minden beträgt die Nutzungszeit 40 Jahre, die Ruhezeit jedoch nur 30 Jahre. In der Gemeinde Hille beträgt die Nutzungs- und Ruhezeit 40 Jahre.

Anonyme Bestattung

Eine anonyme Bestattung findet auf extra dafür vorgesehenen Rasenfeldern auf dem Friedhof statt. In der Gemeinde Hille und der Stadt Minden ist diese Beisetzungsform nur für Urnen vorgesehen. Die Beisetzung der Urne findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und es nicht möglich zu erfahren, wann und an welcher Stelle die Urne beigesetzt wurde. An Gedenktagen kann Trauerschmuck nur am Gemeinschaftsstein abgelegt werden.

Urnenbestattungen

Urnen können auf Urnenreihengräbern, Urnenwahlgräbern, auf Wahlgräbern für Erdbestattungen, auf dem Urnenwandeinstellplatz (Minden Südfriedhof), Friedwald Kalletal oder im Urnenhain (Minden Nordfriedhof) beigesetzt werden. Für Urnengräber ist generell eine Nutzungszeit von 30 Jahren vorgesehen. Es können bis zu 2 Urnen auf einem Grab einer Wahlgrabstelle beigesetzt werden, auf dem vorher eine Erdbestattung stattgefunden hat. Auf einem Wahlgrab, auf dem vorher noch keine Erdbestattung stattgefunden hat, können bis zu 4 Urnen beigesetzt werden.

Kolumbarium

Ein Kolumbarium ist ein kleineres Gebäude oder Gewölbe, in dem Urnen beigesetzt werden können. Sie befinden sich häufig auf Friedhöfen oder sind Krematorien angegliedert. Oft sind Urnenkammern auch in einer Mauer auf dem Friedhof integriert.

In unserer Region befindet sich das nächste Kolumbarium auf dem Südfriedhof in der Nähe der Kapelle. Hier können Einzel- und Doppelplätze erworben werden. Benötigt wird lediglich eine ansprechende Verschlussplatte, Blumenschmuck ist hier nur sehr eingeschränkt möglich. Ein Vasenstein ist für die Aufnahme der Blumen vorhanden.

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